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Nr. 3: Kirchner, S. (2021) Kommt jetzt die Plattformgesellschaft? Grundlagen, Organisationen und Perspektiven in der digitalen Transformation

Digitale Plattformen, wie Uber oder Airbnb, läuten das Ende der Organisationsgesellschaft ein, die von bürokratischen Großorganisationen geprägt war. Das behaupten zumindest aktuelle Thesen zur Plattformökonomie. Tatsächlich finden sich in der Debatte um Digitalisierung jedoch erstaunlich wenige konzeptionelle Anhaltspunkte, wie genau sich mit Digitalisierung ein substanzieller Wandel ergibt. Diagnosen, wie „Plattformkapitalismus“, „Plattformgesellschaft“ oder „Plattformisierung“ fehlt bisher eine umfassende Fundierung. Der Beitrag führt vor diesem Hintergrund sechs Mechanismen der Digitalisierung ein, die veränderte Organisationsstrukturen ermöglichen. Auf dieser Grundlage, werden digitale Plattformen genauer als Plattformorganisationen bestimmt. Als soziale Form folgen digitale Plattformorganisationen einem Designmuster aus Kern, Rand und Schnittstellen, das mit Hilfe digitaler Technik spezifische soziale Ordnungen erzeugt und aufrechterhält. Plattformen etablieren dabei eine spezifische Form der Herrschaft, die mit sozialen Ungleichheiten und Effekten für die gesellschaftliche Integration einhergeht. Insofern verschieben sich die Eckpfeiler der klassischen Organisationsgesellschaft weg von Großorganisationen, hin zu Plattformorganisationen, die als Strukturprinzip zunehmend Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft prägen. Die Analyse digitaler Plattformen unterstreicht dabei die Bedeutung sozialer Formen und sozialer Ordnungen als zentrale Ankerpunkte für eine konzeptionelle Fundierung einer Soziologie der Digitalisierung.

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