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TU Berlin

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Beschäftigungsrisiken und Arbeitsqualität in der digitalen Transformation: Empirische Analysen zu KI, Plattformarbeit und digitalen Arbeitsplätzen mit dem SOEP (gefördert durch das BMAS)

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Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Kirchner, Technische Universität Berlin, in Zusammenarbeit mit Dr. Alexandra Fedorets, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin

Beschreibung: Die aktuelle Welle des technologischen Fortschritts – die digitale Transformation – ist durch eine tiefgehende Verknüpfung physischer und virtueller Welten gekennzeichnet, die prinzipiell neue Kommunikationswege etabliert und somit Möglichkeiten zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Arbeitsmethoden und Arbeitsorten schafft. Die Wirkung der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die Gesellschaft ist vielseitig und birgt Chancen, aber auch erhebliche Risiken.

Studien zur aktuellen Verbreitung der Digitalisierung (KI, Plattformarbeit und digitalisierter Arbeitsplätze) und ihrer Folgen für die Arbeitswelt in Deutschland sind nur vereinzelt vorhanden, was auf einen Mangel an belastbaren sozialwissenschaftlichen Befragungsdaten zurückzuführen ist. Insgesamt ist es bisher nur grob einschätzbar, wie weit die Digitalisierung bereits den Arbeitsalltag bestimmt und welche Bevölkerungsgruppen, Wirtschaftszweige, Qualifikations- oder Berufsgruppen sie tatsächlich betrifft. Ferner ist es unklar, welche Arbeitsplätze von Digitalisierung profitieren werden bzw. wer und in welchem Umfang die damit verbundenen Kosten trägt. Die Effekte auf das Privatleben und auf der Haushaltebene sind auch noch nicht beziffert. Unser Forschungsvorhaben nimmt sich genau diese Themenfelder mit Hilfe eines innovativen Fragebogenmoduls vor, das 2019 als Teil der Innovationsstichprobe und 2020 in der Hauptbefragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) erhoben wird. Hierbei soll das Ausmaß der Digitalisierung, gemessen an der Verbreitung der künstlichen Intelligenz, der Plattformarbeit sowie digitalisierter Arbeitsplätze erfasst werden. Somit ergänzt das innovative Datenmodul die Forschung durch die integrierten Analysen der Arbeitswelt: Diverse Aspekte der Digitalisierung werden zeitgleich erfasst und alle Beschäftigtengruppen werden in ihrem Haushaltskontext erhoben. Der innovative Charakter der Daten erfordert – neben den inhaltlichen Analysen – auch methodologische Forschung zu Verifizierung der Erhebungsinstrumente und liefert wichtige Evidenz, die über die bestehenden Befragungen von Beschäftigten und Betrieben hinausgeht. Zusätzlich soll unser interdisziplinäres Projekt zwei dominierende Forschungsstränge der Sozialwissenschaften verknüpfen: Zum einen den ökonomischen Schwerpunkt „Substitution und Zuwachs der Beschäftigung in der digitalen Arbeitswelt“ und zum anderen den soziologische Schwerpunkt „Arbeitsqualität und soziale Ungleichheit in der digitalen Arbeitswelt“.

Unser interdisziplinäres Projektvorhaben wird – auf der theoretischen und methodologischen Basis von Ökonomie und Soziologie – neue Evidenz zu digitalen Arbeitsplätzen, Plattformarbeit und künstlicher Intelligenz liefern und so eine fundierte Grundlage für Verantwortungsträger schaffen, um evidenzbasierte politische Entscheidungen in der Arbeits- und Sozialpolitik zu treffen, die Transformationskosten minimieren und den technologischen Fortschritt möglichst vielen Bevölkerungsgruppen zugutekommen lassen würden.

Die angestrebten Ergebnisse des Vorhabens sind weitreichend, vor allem durch die Zugänglichkeit der Daten für die breite Forschungscommunity und ihre Verknüpfungsmöglichkeiten mit weiteren Datensätzen. Darüber hinaus erschließen sich zusätzliche Forschungsthemen, sobald die Daten in der Zukunft als Längsschnitt erhoben werden und so Aussagen zu Dynamik der Digitalisierung erlauben und eine Verknüpfung zu anderen thematischen Modulen (bspw. zum Thema Weiterbildung) ermöglichen.

DFG-Projekt: Spielt die Makro-Ebene eine Rolle? Eine vergleichende Analyse von Institutionengefügen und Gigwork-Plattformen in Ländern der EU-28 (gefördert durch die DFG, im SPP 2267)

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Projektleitung: 
Professor Dr. Stefan Kirchner,
Technische Universität Berlin,
in Zusammenarbeit mit
Professor Dr. Jürgen Beyer,
Universität Hamburg;

Beschreibung: Ziel dieses beantragten Forschungsprojektes ist es, zu analysieren und zu verstehen, wie nationale Institutionengefüge und Gigwork-Plattformen miteinander verknüpft sind. Dabei konzentriert sich das Projekt auf Gigwork-Plattformen für Transport-, Essenslieferungs- und Übernachtungsdienstleistungen, die jeweils bekannte Fälle für digital vermittelte, ortsgebundene, bezahlte Arbeitsaufträge darstellen und oft als „Gigwork“ bezeichnet werden. Gigwork genießt europaweit Aufmerksamkeit, insbesondere durch die Aktivitäten von beispielhaften und prominenten Plattformunternehmen, wie Uber, Deliveroo und Airbnb. Während einige Untersuchungen annehmen, dass Gigwork-Plattformen einer Regulierung einfach ausweichen, nehmen andere etablierte Ansätze an, dass nationale Institutionengefüge wirtschaftliche Aktivitäten prägen und so auch Gigwork beeinflussen sollten. Derzeit wissen wir jedoch vergleichsweise wenig darüber, ob und wie nationale Institutionengefüge relevant für die bezahlte Arbeit auf Gigwork-Plattformen in vielen Europäischen Ländern sind. Um diese Forschungslücke zu schließen, untersucht das Projekt die systematische Verknüpfung von Institutionengefügen und Gigwork-Plattformen vergleichend in EU-28-Ländern. Das Projekt analysiert die Mechanismen, durch die nationale Institutionengefüge die Grenzen und Möglichkeiten von Gigwork-Plattformen bestimmen, Arbeitspraktiken zu durchdringen und Arbeit durch ihre Plattformmodelle verfügbar zu machen. Neben qualitativen, historisch-vergleichenden Untersuchungsmethoden des Process Tracing, wendet das Projekt eine neue Methode für quantitative Ländervergleiche an. Diese Methode nutzt Crowdsourcing-Plattformen, um die Datensammlung als bezahlte Aufträge an Personen in den jeweils untersuchten Ländern zu vergeben. Die so gesammelten Daten werden in einen Länderdatensatz eingespeist und mit quantitativen Methoden analysiert. Die qualitativen und quantitativen Ergebnisse kartographieren die Verknüpfungen von nationalen Institutionengefügen mit Gigwork-Plattformen und halten fest, welche Muster und Mechanismen diese Verknüpfungen prägen. Das Projekt trägt direkt zu den übergreifenden Zielen des Schwerpunktprogrammes (SPP 2267) bei, in dem es in einer soziologischen Perspektive auf der Makro-Ebene grundlegende Prozesse und Mechanismen untersucht, die der Digitalisierung der Arbeitswelten als eine systemische Transformation zugrunde liegen. Das beantragte Projekt überwindet den fragmentierten Zustand der Forschung zu Gigwork und entwickelt eine umfassende, vergleichende Perspektive. Damit leistet das Projekt einen grundlegenden Beitrag für die generelle Frage, ob und in welcher Weise die Makro-Ebene für die Digitalisierung von Arbeitswelten relevant ist. In diesem Sinne, veranschaulichen die Gigwork-Beispiele die Möglichkeiten und Grenzen die Digitalisierung der Arbeitswelten institutionell zu regulieren.

Das Projekt ist Teil eines Schwerpubktprogrammes der DFG: SPP 2267:  Digitalisierung der Arbeitswelten. Zur Erfassung und Erfassbarkeit einer systemischen Transformation

Weitere Informationen zum Projekt: [Link]

Arbeiten in der Plattformökonomie – Grundlagen und Grenzen der Entwicklungsdynamik

Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Kirchner, Dr. Nele DittmarEmilia Sophie Ziegler

Beschreibung: Der Aufstieg der Plattformökonomie verändert, wie bezahlte Arbeit organisiert wird. Internetunternehmen wie Uber oder Crowdsourcing-Plattformen wie Upwork erhalten aufgrund ihrer innovativen Architektur als Online-Marktplatz für Arbeit eine breite, öffentliche Aufmerksamkeit.

Klassische Annahmen zu Betrieb und Beschäftigung verlieren hierbei jedoch ihre Grundlage, was die Frage eröffnet, wie sich diese Entwicklungen dennoch soziologisch erfassen lassen.

Droht - zugespitzt -  gar das Ende der betrieblichen Arbeitswelt?

Ziel des Projekts ist es, ein Abbild der gewandelten Organisation von Arbeit zu zeichnen, die von Online-Plattformen geschaffen wurden, um mögliche Entwicklungsdynamiken einzugrenzen. Genauer gilt es,  die beiden Fragen zu klären:

A.  Auf welchen Ebenen der Organisation basiert die Arbeit auf digitalen Marktplätzen?

B.  Wie lösen Marktorganisatoren grundlegende Probleme der Organisation auf digitalen Marktplätzen?

Hierfür sind die Erfahrungen von Anbietern auf den Online-Plattformen Airbnb, Uber und Deliveroo besonders relevant. Diese Erfahrungen wollen wir mit Interviews erfassen und anonymisiert, wissenschaftlich auswerten.

Digitalisierung und Tarifpolitik (gefördert durch die Hans Böckler Stiftung)

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Projektleitung: Dr. Nele Dittmar, Technische Universität Berlin

Projektlaufzeit: 01.03.2021 - 28.02.2022

Beschreibung:Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist derzeit ein wichtiges Thema sowohl in der gesellschaftlichen Diskussion als auch in der industriesoziologischen Forschung. Unterschiedliche Prognosen zu Beschäftigungsentwicklung, Veränderung von Tätigkeiten und Qualifikationen sowie Wandel der Arbeitsorganisation stehen im Raum. Während die industriesoziologische Forschung sich insbesondere auf die Bearbeitung des Wandels im betrieblichen Kontext sowie auf die Herausforderungen für Arbeit und Arbeitsbeziehungen durch das Aufkommen der „Plattformökonomie“ konzentriert, stehen ein systematischer Überblick und eine Analyse der tarifpolitischen Bearbeitung und Gestaltung von Digitalisierung noch aus. Diese Forschungslücke möchte dieses Forschungsprojekt schließen. Anhand von Dokumentenanalyse und Expertengesprächen mit Vertreter*innen der Tarifparteien soll nachgezeichnet werden, inwiefern und -weit Digitalisierungin Deutschland in unterschiedlichen Branchen Gegenstand von Diskussionen und Verhandlungen in der Arena der Tarifautonomie ist.

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